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Mein eigener Erfahrungsbericht – Studieren an der HWR

 

Warum studiere ich an der HWR?

Ich habe mich für ein Studium an der HWR entschieden, weil sie eine anerkannte Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) zur Zeit meiner Immatrikulation war. Ich habe mich schon immer für Marketing und für BWL interessiert und habe mich für den Bachelorstudiengang „Business Administration“ im WS 2006/07 beworben. Mit einem NC von 1,8 hatte ich auch sofort eine Zusage bekommen. Die Bewerbung fand über das Immatrikulationsbüro statt, nicht Online.

Ich musste damals noch einen Sprachtest in Englisch machen, um entweder in das A- oder B-Level eingestuft werden zu können. Dies sollte für die Pflicht-Englischkurse sein, hat die HWR dann aber ein Semester nach meinem Studienbeginn wieder abgeschafft.

In meinem ersten Studienabschnitt vom ersten bis zum dritten Semester habe ich alle Kursmodule nach dem Musterstudienplan belegt und abgeschlossen. In den ersten Semestern lernen die Studierenden zusammen mit Studenten anderer Studiengänge zusammen, weil diese den selben Grundstudium-Plan haben. Diese Studiengänge sind z.B. Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsinformatik und Volkswirtschaftslehre.

Diese Module habe ich im Grundstudium absolviert, zwei Module müssen in Englisch abgelegt werden:

  • Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
    • Personal und Organisation (auf Englisch belegt)
    • Investition und Finanzierung
    • Marketing
  • Betriebliches Rechnungswesen
    • Grundlagen des externen Rechnungswesens
    • Grundlagen des internen Rechnungswesens
  • Allgemeine Volkswirtschaftslehre
    • Mikroökonomie: Allokation und Verteilung
    • Makroökonomie I: Konjunktur und Beschäftigung (auf Englisch belegt)
    • Makroökonomie II: Weltmarkt und Währung
  • Wirtschaftsrecht
    • Privates Wirtschaftsrecht
    • Recht im Unternehmen (Gesellschaftsrecht / Arbeitsrecht)
  • Sozialwissenschaften
    • Unternehmen, Betrieb, Arbeit aus historisch-sozialwissenschaftlicher Perspektive)
    • Politische Ökonomie und Sozialstrukturen der modernen Gesellschaft
  • Quantitative Methoden
    • Wirtschaftsmathematik
    • Statistik
  • Wirtschaftsinformatik
    • Grundlagen der Wirtschaftsinformatik
    • Betriebliche Informationssysteme
  • Schlüsselqualifikationen: Grundlagenkurse
    • Selbstmanagement
    • English for Management
    • English for Marketing

Die Einzelheiten zu allen Modulen kann ich an dieser Stelle nicht erläutern, bei Fragen zu den Inhalten kann ich meine Erfahrungen aber gern teilen. Dafür kann gern die Kommentarfunktion genutzt werden. Die Fragen und Antworten sind dann für alle zugänglich.

 

Nur zu den Modulen Wirtschaftsmathematik und Selbstmanagement möchte ich kurz etwas schreiben. Wirtschaftsmathematik ist ein ganz eigenes Modul in dem Mathematik auf die Wirtschaftsprozesse bezogen angewendet wird. Es geht dort im Großen und Ganzen um Kurvendiskussionen in denen die besten Preise für Produkte oder die optimale Absatzmenge berechnet wird. Wer also im Abi gut aufgepasst hat, wird hier keine großen Probleme haben. Ich persönlich habe vor Studienbeginn einen sogenannten „Mathe-Vorkurs“ an der HWR besucht in dem ich einiges wieder auffrischen und üben konnte. Sehr empfehlenswert für alle, die Angst haben in Mathe zu scheitern. Der ein oder andere Student oder Studentin in meinem Kurs hatte hier und da einige Probleme. Da hilft es nichts, da muss man schnell nachholen was inhaltlich fehlt und gelernt werden. Die Professoren sind eigentlich alle hilfsbereit und geben Literaturtipps oder auch inhaltliche Tipps. Sie fangen aber nicht an, alles und jede Rechnung zu diskutieren, sondern machen zügig weiter im Stoff. An ein schnelleres Tempo müssen sich alle rasch gewöhnen. Es gab und gibt immer noch sehr verschiedenen Mathe-Profs. Die einen reden viel, auch über nicht-mathematische Dinge, die anderen lassen den Studenten die Ohren flattern.

Da man sich an der HWR nicht aussuchen kann in welchen Mathekurs man geht, sondern im Online-Belegverfahren einen Kurs zugewiesen bekommt, ist es ein wenig auch Glückssache wie gut oder wie schlecht der Kurs verläuft. Wenn man zu Anfang bemerkt, dass man mit dem Prof überhaupt nicht zurecht kommt ist meine Empfehlung, nicht lange im Kurs selbst quälen, sondern Kurs innerhalb der Löschfrist löschen und im nächsten Semester erneut belegen.

Ein Tipp: Fragt Studenten der höheren Semester nach ihren Meinungen, die Studis an der HWR sind eigentlich immer offen und versuchen sich untereinander zu helfen. An der HWR gibt es außerdem Evaluationen der einzelnen Vorlesungen aus vorigen Semestern in denen Studenten die Qualität der Vorlesung und indirekt auch die des Professors bewertet haben. Diese Evaluationen können in der Bibliothek eingesehen aber nicht ausgeliehen werden. Ein Blick da hinein hilft oft bei der Kurswahl!

Kurz zum Kurs Selbstmanagement: Dieser Kurs ist im ersten Semester Pflicht gewesen und hat mir persönlich viel gebracht. Ich bin zwar nicht direkt vom Abi in die Uni, sondern habe meine Fachhochschulreife mit 25 auf dem zweiten Bildungsweg erlangt. Trotz meiner etwas größeren Lebenserfahrung gegenüber den Studenten die z.T. ja erst 18 Jahre alt waren, war ich nicht weniger aufgeregt und unsicher. Vor allem vor anderen Studenten zu präsentieren lag mir zu Anfang überhaupt nicht. Im Selbstmanagement-Kurs haben wir genau das gelernt. Wie man selbstbewusst präsentiert, wie man mit einem Publikum umgeht, wie professionelle Präsentationen gestaltet und aufbereitet sein müssen und wie man sich „selbst organisiert“. Themen waren auch das Zeitmanagement, mit dessen Hilfe die Studis lernen sollten ihre wenige Zeit sinnvoll und bedacht zu nutzen. Dort wurden einige tolle Techniken erläutert die mir persönlich viel gebracht haben. Ein sehr empfehlenswerter Kurs der die Studienanfänger gut auf das Studium vorbereitet.

Ich studiere immer noch an der HWR, absolviere zur Zeit mein Pflicht-Praktikum und werde im letzten Semester meine Bachelorarbeit schreiben. Nun werden einige bestimmt mitgerechnet haben und 9 Semester gezählt haben. Ich habe die Regelstudienzeit überschritten.

Ich habe mein Studium begonnen als mein Sohn 2 Jahre alt war. Nach meinem Grundstudium habe ich meine Tochter bekommen und musste 2 Semester aussetzen. Mit Kindern zu studieren ist manchmal nicht ganz einfach, es ist aber auch nicht unmöglich. Im Gegenteil. Ich kenne einige Studentinnen mit Kindern an der HWR, die ihr Studium mit Bravour meistern. Sie haben selbstverständlich immer etwas mehr zu tun als andere, sind vielleicht auch öfter mal etwas spät zur Vorlesung, die Noten leiden aber nicht darunter. Jedenfalls nicht bei mir.

Ich kann natürlich nicht für alle Eltern die studieren sprechen, aber mich hat die Tatsache das ich Mutter bin und mich für ein Studium entschieden habe nicht geschwächt – eher gestärkt. Es läuft sicherlich nicht immer alles rund, aber an der HWR sind Eltern keine Seltenheit und es wird Rücksicht genommen. Man kann seine Kinder im anliegenden Kindergarten der HWR unterbringen, wo sie auch mit Kindern der Profs und der Dozenten spielen. Wer wünscht, kann sein Kind in der Mittagspause mit in die Mensa zum Essen mit nehmen. Kleine Gäste sieht man zwar nicht immer, aber immer häufiger. Die Studierenden mit Kind(ern) werden von der Hochschule gut unterstützt, ihnen werden Urlaubssemester gewährt und sie haben mehr Zeit für eine Abschlussarbeit als andere Studenten. Ich würde jedem Raten ein Studium vor der eigenen Familie zu beenden, wenn es aber anders kommt als man denkt, darf man keine Angst haben, denn die meisten schaffen es auch mit den Kindern.

Nach dem Abschluss eines Studiums haben diese Eltern vielleicht sogar „bessere Karten“ auf dem Arbeitsmarkt, als unerfahrene Absolventen. Sie haben ein Studium unter erschwerten Bedingungen absolviert und durchgehalten, sind Leistungsstark und haben Durchhaltevermögen bewiesen. Ich wünsche allen Studenten und Studentinnen der HWR ein angenehmes und vor allem erfolgreiches Studium – ob mit oder ohne Kind.

 

Daniela

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